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Der gläserne Google-Nutzer

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BeitragThema: Der gläserne Google-Nutzer   Do 28 Jan 2010, 08:41

Der gläserne Google-Nutzer
Google weiß viel mehr über uns, als wir wissen

"Google Street View" machen das Unternehmen attraktiv für Nutzer und jagen Datenschützern einen Schrecken ein.

Wann haben Sie zum letzten Mal die Suchmaschine Google benutzt? Wissen Sie noch, wonach Sie da gesucht haben? Falls nicht: Google weiß es bestimmt. Und Google weiß immer mehr. Mit einer nicht enden wollenden Palette praktischer, kostenloser Anwendungen legt das Unternehmen im Internet seine Köder aus. Durch die dabei gewonnen Nutzerdaten macht Google das Geschäft.

Mit der Suchmaschine begründeten Sergey Brin und Larry Page 1998 das Unternehmen Google. Die geniale Idee, die Netzinhalte zu katalogisieren und mit Hilfe des sogenannten Page-Rank-Algorithmus jedem Nutzer innerhalb von weniger als einer Sekunde eine Liste mit zur Anfrage passenden Internetseiten zu servieren, hat Google für die Nutzer attraktiv gemacht. Und das wiederum hat Werbekunden gelockt. Bei jeder Suchanfrage startet Google eine Auktion: Welcher Anbieter am besten zur Suchanfrage passt und am meisten dafür zahlt, dessen Werbeanzeige bekommt den Zuschlag. Im Gegensatz zu den Umsätzen mit herkömmlicher Werbung ist das Geschäft wegen der hohen Anpassung der Anzeigen an den Nutzer trotz Wirtschaftskrise kaum zurückgegangen. Google ist Marktführer bei der Online-Werbung und hat 2008 weltweit etwa 60 Prozent der Umsätze in diesem Segment erwirtschaftet. Aus dem studentischen Garagenunternehmen ist die börsennotierte Weltmacht im Internet geworden. Ihr Kapital: die Daten der Nutzer. Datenschützer allerdings schlagen Alarm: Der Internetriese erfasse jeden und verfüge über immer mehr Informationen.

Der Köder: Kostenloses für die Masse
Google Street View, Abbildung der Mitarbeiter von Google am Straßenrand, die begeistert winken und ein Banner mit der Aufschrift : „I love Street View“ hochhalten; Rechte: WDR
Begeistert von Street View sind natürlich die Mitarbeiter von Google...

Die Anwendungen, die Google anbietet, sind attraktiv und vielfältig: Google Street View bietet die Möglichkeit, sich vor dem Urlaub schon mal die Lage des Hotels oder bei Wohnungsangeboten die Umgebung anzusehen – viel deutlicher als das mit den Satelliten-Aufnahmen von Google Maps schon heute möglich ist. Mit der Komponente Latitude (Englisch für "Breitengrad") können Handys und ihre Nutzer in Echtzeit geortet werden. Picasa ist eine kostenlose Bildarchivierungssoftware mit einfachen Bearbeitungstools, über eine Gesichtserkennungsfunktion kann man die abgebildeten Freunde und Verwandte benennen und die Fotos danach sortieren. Google Docs ist der Name eines Online-Textverarbeitungsprogramms. Programm und Dateien bleiben hier auf den Computern von Google gespeichert – und nicht mehr auf der heimischen Festplatte. Und auch an "Stichwort23 and me" hält Google Anteile. Der Dienst aus den USA erstellt nach Einsenden einer Speichelprobe eine DNA-Analyse und klärt über mögliche Krankheitsrisiken auf, die sich aus den Genen ablesen lassen. Und die Liste solcher Google-Anwendungen ließe sich noch einige Seiten lang weiterführen.


Google beugt sich der chinesischen Internetzensur
Bei Google China: keine Spur vom blutigen Militäreinsatz gegen die Bevölkerung

Google ist mit seinen Nutzerdaten in eine monopolähnliche Position
gekommen. In Deutschland laufen über 90 Prozent der Suchanfragen über
Google. Constanze Kurz vom Chaos Computer Club weist auf die Gefahr
einer solchen Marktstellung hin: „Natürlich ist so ein Monopol grade
bei Suchmaschinentechnologien immer gefährlich in Bezug auf die
Steuerung von Informationen, wenn sich nicht mehrere Anbieter
durchsetzen, sondern die allermeisten Menschen zu Google klicken.“

Diese Gefahr ist in China schon Realität geworden: Nach anfänglichem
Zögern ist Google 2006 auch auf den chinesischen Markt vorgedrungen.
Google ist ein börsennotiertes Unternehmen und damit auch seinen
Aktionären verpflichtet. Das Gewinnstreben steht an erster Stelle. Das
zeigt das Beispiel von Google in China sehr deutlich: Sucht man da nach
dem "Platz des himmlischen Friedens", erscheinen Bilder vom
Revolutionsführer und dem Kaiserpalast. Das sogenannte
Tian’anmen-Massaker von 1989, das bei allen anderen Suchmaschinen
erscheint, bekommen die chinesischen Google-Nutzer nicht zu Gesicht.
Sergey Brin zur einstigen Vision Googles: „Eine perfekte Suchmaschine
wird alle Informationen auf der Welt verarbeiten und verstehen.“ Doch
das scheint nicht für alle Nutzer von Google, sondern in erster Linie
für das Unternehmen selbst, zu gelten.


Die Gefahr: die Summe der einzelnen Teile
Protest im Netz

Die Gefahr liegt in der Summe der einzelnen Informationen, die Google über seine Dienste sammelt. Mit jeder Suchanfrage speichert Google die IP-Adresse, das Suchwort, den Zeitpunkt und wohin danach geklickt wurde. Das Suchverhalten wird mithilfe sogenannter StichwortCookies erfasst und gespeichert. Immerhin: Ausführlich und gut erklärt Google auf einer eigenen Seite, wie Cookies deaktiviert werden (vgl. Linkliste). Das ist hilfreich für den Nutzer, der seine Daten schützen möchte – wenn er denn davon weiß. Und auch aus den anderen Diensten zieht Google wertvolle Informationen: Die Daten der Bilder bei Picasa zeigen Google das genaue Datum der Aufnahme; durch die Verknüpfung mit GPS-Koordinaten erkennt es den Ort und mit der Anbindung and das Google Mail-Adressbuch kennt Google auch die Personen.

Schon jetzt besteht die Gefahr des Datenmissbrauchs: „Mich macht besorgt, dass Google mittlerweile so viele Geschäftsfelder abdeckt, dass dort eine unglaubliche Anzahl von Nutzungsdaten entsteht, die doch ein sehr genaues Bild davon zeichnen, für was ich mich interessiere und wie ich mich verhalte.“ Diese Besorgnis teilt der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar mit einer wachsenden Anzahl von Internetnutzern. Der digitale Schatten werde gerade durch Dienste wie Google Street View zum zusätzlichen Bewertungskriterium: Wo eine Person wohnt, wo sie früher gewohnt hat, ob es sich dabei um eine schlechte oder eine gute Gegend handelt und das Haus gepflegt ist – diese Informationen könnten darüber entscheiden, ob ein Geschäft abgeschlossen, ein Kredit gewährt wird oder ob eine Bewerbung erfolgreich ist. Das könne nicht zuletzt die soziale Schere größer werden lassen und uns bei allem technischen Fortschritt gesellschaftlich weit zurückkatapultieren.

Was Google mit den in seinen Rechnerparks gespeicherten Informationen in Zukunft machen wird, ist eine andere Frage. „Der nächste Anbieter ist nur einen Klick entfernt“, so lautet Googles Antwort auf alle Befürchtungen. Gemeint ist, dass das Unternehmen das Vertrauen der Nutzer als die Quelle seines Kapitals nicht leichtfertig verspielen würde. Viele befürchten aber, die gewonnenen Daten könnten als stille Reserve dienen. Nach Abnehmern für dieses Gut müsste man sicher nicht lange suchen: Arbeitgeber und Versicherungen hätten sicher Interesse daran, genauere Einblicke in das Leben ihrer Angestellten und Versicherten zu erhalten.

(Quelle: http://www.ard.de/ratgeber)




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