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Monatliche Arbeitslosenzahlen - Was die offizielle Statistik verbirgt

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Nivinia
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BeitragThema: Monatliche Arbeitslosenzahlen - Was die offizielle Statistik verbirgt   So 02 Aug 2009, 09:26

Monatliche Arbeitslosenzahlen
Was die offizielle Statistik verbirgt

Millionen Menschen in Deutschland sind arbeitslos. Die
genaue Zahl veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit jeden Monat.
Doch nicht jeder Erwerbsfähige, der einen Job sucht, taucht in der
Statistik auf. tagesschau.de erklärt in Fragen und Antworten, wer aus
welchen Gründen fehlt.
Ist die Arbeitslosenstatistik geschönt?

Ja und Nein. Denn wer als arbeitslos gilt, ist eine Frage der Definition.
Die offiziellen Kriterien sind in Deutschland per Gesetz festgelegt.
Jede Änderung wirkt sich auf die Statistik aus. Immer wieder
formulierte die Politik die Kriterien so um, dass die
Arbeitslosenzahlen offiziell sanken. Eine Ausnahme markierte die
Hartz-IV-Reform, weil die erwerbsfähigen Sozialhilfeempfänger in die
Statistik einbezogen wurden. Laut Bundesagentur für Arbeit erhöht
dieser Hartz-IV-Effekt die Arbeitslosenzahl um etwa 380.000.

Wer gilt als arbeitslos?






[Bildunterschrift: Die deutsche Definition von Arbeitslosigkeit unterscheidet sich von anderen Staaten. ]


Im Prinzip jeder, der keine Arbeit hat oder weniger als 15
Stunden pro Woche arbeitet, eine sozialversicherungspflichtige
Beschäftigung sucht und für einen Job sofort verfügbar ist. Eine
weitere Voraussetzung ist die Meldung bei einer Agentur für Arbeit oder
einem Träger der Grundsicherung. Detailvorschriften führen aber dazu,
dass viele die weit gefassten Kriterien in der Praxis nicht erfüllen
und in der Arbeitslosenstatistik nicht auftauchen.

Wer fehlt in der Arbeitslosenstatistik?


Wer sich nicht zur Arbeitssuche meldet, taucht in der Statistik nicht auf.
Gleiches gilt für alle, die nicht mindestens 15 Stunden pro Woche
arbeiten könnten oder krankgeschrieben sind. In der
Arbeitslosenstatistik fehlen aber vor allem jene, die an Maßnahmen der
Arbeitsförderung teilnehmen. Das betrifft die Fort- und Weiterbildung
genauso wie Trainings- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Auch wer einen
Ein-Euro-Job hat, ist offiziell nicht arbeitlsos. Eine Sonderregelung
gilt für alle ab 58 Jahren. Wer in diesem Alter mindestens ein Jahr
Arbeitslosengeld II (Hartz IV) bezogen, aber kein Job-Angebot bekommen
hat, ist laut Statistik nicht arbeitslos. Seit 2009 erfasst die
offizielle Arbeitslosenzahl auch diejenigen nicht mehr, mit deren
Vermittlung private Anbieter beauftragt sind.

Wie hoch sind die Arbeitslosenzahlen wirklich?


Wie viele Jobs in Deutschland fehlen, lässt sich nur schätzen. Das Institut
für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) addiert zu diesem Zweck die
registrierten Arbeitslosen und die so genannte Stille Reserve. Damit
meinen die Forscher die Teilnehmer an Maßnahmen der Arbeitsförderung
sowie all jene, die arbeiten wollen, aber nicht in der Statistik
auftauchen. Für 2008 bezifferte das IAB die Stille Reserve auf 1,15
Millionen.Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt der
Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen
Entwicklung. Er errechnete für 2008 eine verdeckte Arbeitslosigkeit von
1,19 Millionen Menschen. Darin enthalten sind jene, die an
Fortbildungs- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen teilnehmen. Die Zahl
umfasst auch Frührentner bis 65 Jahre sowie Empfänger von
Arbeitslosengeld I und II, die lediglich aus Altersgründen oder wegen
Krankeit nicht offiziell arbeitslos sind.Die Bundesagentur für
Arbeit (BA) veröffentlicht neben der Arbeitslosenzahl weitere Werte, um
die Lücke fehlender Jobs zu verdeutlichen. Die sogenannte
Unterbeschäftigung übersteigt die offizielle Arbeitslosenzahl um etwa
eine Million. Sie berücksichtigt auch Teilnehmer an Maßnahmen der
Arbeitsmarktpolitik sowie jene, die aus gesundheitlichen Gründen
vorübergehend berufsunfähig sind. BA-Chef Frank-Jürgen Weise hält
allerdings die Zahl der Arbeitssuchenden für den entscheidenden Wert.
Er übertrifft die Unterbeschäftigung um weitere rund 1,5 Millionen.
Mitte 2009 galten demnach fast sechs Millionen Menschen in Deutschland
als arbeitssuchend. Diese Zahl umfasst auch alle, die sich zwar um
einen neuen Job bemühen, aber noch nicht arbeitslos sind. Das sind zum
Beispiel Beschäftigte, die nach einer Kündigung noch die letzten Tage
oder Wochen arbeiten.

Ist jeder arbeitlos, der Arbeitslosengeld I oder II bekommt?






[Bildunterschrift: Nur knapp die Hälfte der Empfänger von Arbeitslosengeld II ist offiziell arbeitslos. ]


Nein. Nach Angaben der Bundesregierung werden nur etwa drei
Viertel der Bezieher von Arbeitslosengeld I als arbeitslos geführt.
Beim Arbeitslosengeld II, bekannt als Hartz IV, tauchte 2007 sogar nur
knapp die Hälfte der Empfänger in der Arbeitslosenstatistik auf. Der
Rest stand dem Arbeitsmarkt aus verschiedenen Gründen formal nicht zur
Verfügung oder nahm an einer Fördermaßnahme teil. Eine weitere Gruppe
sind Aufstocker. Sie arbeiten zwar mindestens 15 Stunden in der Woche
und gelten deshalb nicht als arbeitslos. Weil ihr Einkommen für den
Lebensunterhalt aber nicht reicht, bekommen sie zusätzlich
Arbeitslosengeld II.

Was sind saisonbereinigte Zahlen?


Im Verlauf eines Jahres gibt es ein typisches Auf und Ab der
Arbeitslosigkeit. In der Regel steigt die Quote im Winter und fällt in
den Sommermonaten. Dafür verantwortlich sind Branchen wie die
Bauwirtschaft. Aber auch regelmäßige Termine wie Schulferien
beeinflussen die Arbeitslosigkeit. Für diese saisontypischen
Schwankungen berechnen die Statistiker Durchschnittswerte. Dieser von
Monat zu Monat unterschiedlich ausgeprägte Effekt wird von den
Arbeitslosenzahlen abgezogen. Das Ergebnis sind saisonbereinigte
Zahlen. Diese eignen sich besser, um den wirklichen Trend auf dem
Arbeitsmarkt zu erkennen, der hauptsächlich auf der konjunkturellen
Entwicklung basiert.

Trickst Deutschland stärker als andere Länder?


Nein. Jedes Land definiert Arbeitslosigkeit anders, aber die deutschen
Kriterien sind relativ weit gefasst. Schätzungen zufolge würde sich zum
Beispiel die Arbeitslosenquote in den Niederlanden verdoppeln, wenn
dort die deutsche Definition gälte.

Ist die deutsche Arbeitslosenquote international vergleichbar?






[Bildunterschrift: Wegen unterschiedlicher Definitionen ist die deutsche Arbeitslosenquote international nicht vergleichbar. ]


Nein. Für internationale Vergleiche gelten die Kriterien der
Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Deren Regeln für die
Berechnung der nationalen Erwerbslosenquote unterscheiden sich stark
von den deutschen Vorgaben. Laut ILO endet Arbeitslosigkeit
beispielsweise bereits, wenn jemand mindestens eine Stunde pro Woche
arbeitet. Die Zahlen auf Basis dieser Regeln berechnet das Statistische
Bundesamt mit Hilfe einer stichprobenartigen Befragung. Die
Bundesagentur für Arbeit greift dagegen auf die vollständigen Daten des
eigenen Hauses zurück. Die offizielle deutsche Arbeitslosenquote ist in
der Regel etwas höher als die ILO-Erwerbslosenquote für Deutschland.

Welche Arbeitsmarktstatistiken sind wichtig?


Neben dem monatlichen Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit und
der Erwerbslosenquote nach ILO-Standard ist die Beschäftigtenstatistik
interessant. Sie gibt an, wie viele Menschen erwerbstätig sind. Für
2008 errechnete das Statistische Bundesamt einen Durchschnittswert von
40,3 Millionen.

Zeigt die Statistik, wie gut Arbeitsmarktpolitik wirkt?

DerErfolg oder Misserfolg von Arbeitsmarktreformen lässt sich nicht direkt
aus den monatlichen Zahlen ablesen. Einzelauswertungen zu Regionen oder
bestimmten Gruppen geben aber oft Hinweise darauf, wo
Arbeitsmarktpolitik wirkt und wo nicht. Das gilt besonders, wenn
Entwicklungen über einen Zeitraum von mehreren Monaten oder Jahren
statistisch untersucht werden.

Sind aktuelle Arbeitslosenzahlen mit früheren vergleichbar?


Nicht ohne Weiteres. Trends lassen sich durchaus erkennen. Weil aber die
Berechnungsregeln für die Statistiken immer wieder geändert wurden,
sind aktuelle Zahlen nicht direkt mit früheren vergleichbar.

Weiß man, wie viel offene Stellen es gibt?
Nein. Mehr dazu hier.

[Quelle: Tagesschau.de)




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